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Blinden- und Sehbehindertenverein
für das
Saarland e.V. (BSV-Saar)

wh --- 22.10.2012

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Technische Hilfsmittel

Wenn die Augen nicht mehr so recht wollen und das Sehen sehr schlecht wird oder gar eine Erblindung eintritt, kann man viele Situationen mit bestimmten Hilfsmitteln gut meistern; für Betroffene, die trotz ihrer Behinderung berufstätig sind und bleiben wollen, sind diese technischen Helfer sogar von zentraler Bedeutung für ihr Leben.
Da der Übergang von Sehbehinderung zur absoluten Blindheit bei den meisten Augenerkrankungen fließend ist, kann auf einer Webseite, die die Darstellung von Hilfsmitteln für die Betroffenen zum Inhalt hat, keine strikte Trennung zwischen Hilfsmitteln für Blinde und Hilfsmitteln für Sehbehinderte getroffen werden. Je nach Grad der Sehbehinderung können auch Hilfsmittel, auf die Blinde ausschließlich angewiesen sind, auch den Sehbehinderten eine nützliche Unterstützung im Alltag und im Beruf sein.
Deshalb erfolgt hier eine Gliederung nach den Funktionsweisen der Hilfsmittel und nicht eine Trennung nach Zielgruppen.

Eine Pauschalempfehlung für bestimmte Hilfsmittel ist nicht möglich. Jede Behinderung des Sehvermögens ist individuell und bedarf einer individuellen Beratung, um das für den sehbehinderten Menschen und sein individuelles Problem passende Hilfsmittel zu finden und es exakt auf seine Bedürfnisse abzustimmen.
Unsere Berater helfen gerne weiter!

Die Liste der Hilfsmittel für Sehbehinderte und Blinde ist recht lang. Falls Sie nur eine knappe Zusammenschau der technischen Möglichkeiten lesen möchten, empfehlen wir Ihnen den nachfolgenden kurzen Überblick von Herbert Reck. Daran anschließend wird etwas ausführlicher auf die einzelnen Hilfsmittel-Bereiche eingegangen.

Kurzer Überblick

Eines der einfachsten Hilfsmittel ist der weiße Stock, hier verweisen wir auch auf das angebotene Mobilitätstraining. Einfache Klebepunkte können oft Orientierung bei Herden, Waschmaschinen oder anderen Geräten geben. Schreibgeräte, Notizrekorder oder auch Daisyplayer sind wichtige Begleiter.
Wenn es mit den Augen zu anstrengend wird oder nicht mehr reicht, benutzt man ein Sprechlesesystem. Ein Scanner erfasst Texte und eine gut klingende, künstliche Stimme liest sie einem vor. Es gibt auch die Kombination zwischen optischen und aktustischen Lesegeräten.
Dann sind da die vielen Geräte mit Sprachausgabe. Uhren, Thermometer, Waagen, Blutdruck- oder Zuckermessgeräte, sogar Längenmaße können mit einer Sprachausgabe erworben werden. Für Blinde gibt es Lichtdetektive. Sie orten durch unterschiedliche Signale Lichtquellen.
Für Handys gibt es Sprachsoftware; hierdurch ist es möglich, die Displays der Geräte vorlesen zu lassen, um so selber SMS oder das Telefonverzeichnis im Telefon nutzen zu können. Selbst Festplattenrekorder gibt es mit guter Sprachausgabe, so dass man hier z.B. Videotext oder EPG-Programmführer "lesen" kann.
Optische Hilfmittel:
Neben Brillen sind hier natürlich Lupen jeglicher Art und Größe zu nennen. Es gibt Modelle mit Beleuchtung, so dass man immer brauchbare Lichtbedingungen hat. Bei bestimmten Augenerkrankungen braucht es auch besondern Lichtschutz, z.B. Kantenfilter, um die Blendwirkung abzumildern.
Der Optiker weiß hier Rat; aber auch unsere Berater für Sehbehinderte helfen gern weiter!
Elektronische Sehhilfen
Neben der optischen Möglichkeit der Vergrößerung gibt es auch elektronische Optionen. Fernsehlesesysteme sind Geräte, bei denen das Lesegut auf einen Bildschirm projiziert wird. Es gibt aber auch Videokamerasysteme, mit deren Hilfe man Ziele wie z.B. Schriftstücke direkt anpeilen kann, um sie ebenfalls auf einen Bildschirm zu holen. Mit Zoom-Funktion geht das sogar aus der Ferne. Theoretisch kann man unter einer solchen Kamera auch Stricken und andere Arbeiten verrichten oder Fotos ansehen. Die Geräte sind so ausgelegt, dass man vergrößern, Kontraste verändern und Schriften besonders einstellen kann.
Auch hier sind unsere Berater für Sie da. Übrigens werden wir im Zentrum für Blinde und Sehbehinderte demnächst eine kleine Ausstellung vorhalten.
Schließlich muß der Computer genannt werden. Sprachausgabe-Programme und eine Braillezeile machen den Zugang zum Bildschirm und das Arbeiten am PC möglich. Fragen Sie nach!

Wo bekommt man Hilfsmittel?
Wir haben übliche Hilfen oft vorrätig (BSV-Saar). Im übrigen hier einige Anschriften, wo man im Versand seriös bestellen kann:
Marlandversand
(07525) 9 20 50
Verein zur Förderung der Blindenbildung Hannover
Tel.: (01802) 25 83 12 (Ortstarif)
Landeshilfsmittelzentrum Sachsen in Dresden
Tel.: (0351) 8 09 06 24

Bei größeren elektronischen Hilfen sind die Firmen fast immer bereit, Vorführungen zu Hause zu machen. Wir geben gerne Adressen weiter. - Im übrigen verweisen wir auf unsere regelmäßigen Hilfsmittelausstellungen!

Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte im Alltag

In allen Bereichen des Alltags können entsprechende Hilfsmittel sehbehinderten Menschen viele Tätigkeiten erleichtern oder ihrer eigenen Sicherheit dienen. Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über das aktuelle und mittlerweile große Angebot an Hilfsmitteln für Menschen mit einer Sehbehinderung. Es werden aber auch immer wieder Neuheiten und Weiterentwicklungen angeboten. Außerdem bieten Hilfsmittelzentralen und -verkaufsstellen eine Reihe von Produkten an, die zwar nicht speziell für sehbehinderte Menschen hergestellt wurden, aber dennoch aufgrund ihrer Handhabung und Eigenschaften besonders gut für Menschen mit Sehproblemen geeignet sind.

Gliederung

1. Markierungen und Kontraste

Ein grundlegendes und recht einfach zu handhabendes Hilfsmittel sind Markierungen. Es gibt sie in verschiedenen Varianten für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche. Sie sind farbig und selbstklebend und ermöglichen das Markieren von Schaltern und Geräte-Einstellungen z. B. an Computertastaturen, Waschmaschinen, Herden oder an Abspielgeräten im Medienbereich. So markiert lassen sich die verschiedenen Geräte sicher bedienen und man kann sich z. B. beim Herd gefahrlos versichern, diesen auch ausgeschaltet zu haben, indem man z. B. die "0" mit einem Markierungspunkt versieht.
Für Treppenstufen gibt es Markierungsstreifen in unterschiedlichen Farben. Ist die erste und die letzte Treppenstufe damit gekennzeichnet, fällt es Menschen mit einer Seheinschränkung leichter, Treppen zu benutzen. Nagellack, Konturenpaste für Hinterglasmalerei, Plusterfarben und Lackstifte eignen sich ebenso zum Markieren wie Gummibänder, Pflaster, Tesakrepp und Ähnliches.

Dem Erfindungsgeist sind hier kaum Grenzen gesetzt. Reflexstreifen helfen, von anderen Verkehrsteilnehmern, die man selbst aufgrund der Sehbehinderung erst sehr spät wahrnimmt, auch im Dunkeln frühzeitig gesehen zu werden. Sie lassen sich an der Kleidung sowie an Geh- und Orientierungshilfen anbringen.
Eine einfache und doch hilfreiche Methode ist das Nutzen von Kontrasten. So fällt es jemandem mit eingeschränktem Sehvermögen oft leichter, ein Getränk in eine Tasse oder ein Glas einzugießen, wenn das Geschirr sich deutlich andersfarbig vom Untergrund abhebt, auf dem es sich befindet. Eine simple Möglichkeit, dies zu verwirklichen, ist das Verwenden von farbigen Tischsets und die Anschaffung von gefärbtem Glas und farbigem Geschirr. Die Schaffung von Kontrasten lässt sich in zahlreichen anderen Bereichen des täglichen Lebens verwirklichen und man kann mit relativ geringem Aufwand einen großen Nutzen erzielen.

2. Mobilitätshilfen und Kennzeichnungen

Mobilitätshilfen unterstützen sehbehinderte Menschen dabei, wieder selbstständig ohne fremde Hilfe mobil zu sein: Alltäglich Wege zurückzulegen oder am Straßenverkehr teilzunehmen. Außerdem sind sehbehinderte Menschen, die ohne sehende Begleitung unterwegs sind, nach §2 der Straßenverkehrsordnung dazu verpflichtet, sich im Straßenverkehr zu kennzeichnen.
Mit dem Tragen von Kennzeichnungen ermöglicht man es Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern, sich adäquat zu verhalten. Die Kennzeichnungen dienen damit auch der eigenen Sicherheit. Sie sind zudem ein gutes Mittel, andere Menschen auf eine bestehende Seheinschränkung aufmerksam zu machen. Hilfe wird eher angeboten, Fragen nach Unterstützung müssen nicht mehr erklärt werden.

Auch sehbehinderte Menschen können den weißen Blindenlangstock nutzen, um sich besser zu orientieren und Hindernisse oder Gefahren zu erkennen. Gleichzeitig dient der gut sichtbare weiße Langstock als Kennzeichnung im öffentlichen Straßenverkehr.
Daneben gilt auch das Tragen einer gelben Armbinde mit 3 schwarzen Punkten am Oberarm als Schutzzeichen. Das Tragen allein eines Buttons, der auf die Sehbehinderung hinweist, reicht im Straßenverkehr nicht aus. Der Button ist vor allem hilfreich, um beispielsweise Busfahrer, Verkäuferinnen, Arzthelferinnen oder Passanten auf die Seheinschränkung aufmerksam zu machen. Als ähnlich sinnvoll erweist sich im Übrigen auch das Tragen einer Badekappe, die beim Schwimmen auf die Sehbehinderung hinweist.

3. Kommunikationshilfen

Technische Hilfsmittel für Menschen mit einer Sehbehinderung zeichnen sich zum einen durch eine hohe Bedienfreundlichkeit aus. Zum anderen sind zahlreiche Geräte mit einer Sprachausgabe ausgestattet, die Visuelles in Sprache umsetzt. Diese Sprachausgabe macht man sich auch bei den Kommunikationshilfen zu Nutze, die gerade in der heutigen Zeit von großer allgemeiner Bedeutung sind.

Zu den Kommunikationshilfen zählen Telefone mit großen Tasten, die möglichst auch noch kontrastreich gestaltet sein sollten. Auch Telefonsprachwahlboxen erweisen sich als sinnvolles Hilfsmittel. Diese Geräte sind für analoge Telefone geeignet und ermöglichen es, aufgesprochene Namen und die dazugehörige Nummer zu speichern. Möchte man telefonieren, reicht es, den Namen anzusagen und die entsprechende Nummer wird automatisch gewählt.

In der heutigen Zeit erfreut sich das Mobiltelefon großer Beliebtheit. Auch und gerade für sehbehinderte Menschen können sie von großem Nutzen sein. Erfreulicherweise gibt es auch hier Hilfen:
Zum einen gibt es Mobiltelefone für Senioren, die auf komplizierte Bedienungsmenüs und technische Finessen verzichten. Diese Mobiltelefone sind mit wenigen Tasten ausgestattet. Man kann sich anrufen lassen, einige Nummern speichern und sich mit einer Servicestelle verbinden lassen, die weitere Aufträge und Anrufe erledigt.
Zum anderen gibt es mittlerweile zu bestimmten Handys eine umfangreiche Zusatzsoftware, die auf dem Mobiltelefon installiert wird. Sie ermöglicht beispielsweise, auf verschiedene Anwendungen des Telefons durch einfache Tastenkombinationen zuzugreifen. Die integrierte Sprachausgabe liest die Infos auf dem Display vor.

4. Hilfsmittel für den Haushalt

Viele heute im Handel erhältliche Haushaltsutensilien und -geräte sind aus Design- oder Kostengründen so gestaltet, dass es für sehbehinderte Menschen schwierig bzw. unmöglich ist, Positions- und Funktionsanzeigen zu erkennen oder zu ertasten. Es gibt aber auch hier zahlreiche Hilfsmittel, die viele Tätigkeiten im Haushalt erleichtern.
So gibt es Mikrowellen mit sprachgesteuerter Bedienführung, Bügeleisen mit tastbaren Markierungen für Dampfstärke und Temperatur sowie Personenwaagen und Küchenwaagen mit Sprachausgabe.

Darüber hinaus gibt es auch kleinere Haushaltshilfen wie z. B. Messbecher, bei denen die Messeinteilung sowohl von innen als auch von außen gut abtastbar sind, Füllstandsanzeiger für Gefäße, die einen Piepton bei Erreichen der vorher eingestellten Füllhöhe und einen Dauerton vor dem Überlaufen produzieren oder Sockenhalter, die Strümpfe paarweise zusammenhalten, auch beim Wäschewaschen.

So genannte Farberkennungsgeräte mit Sprachausgabe erleichtern den Alltag. Sie ermöglichen Menschen, die Farben nicht oder nur sehr eingeschränkt wahrnehmen, selbstständig Farben unterscheiden zu können, wie es z. B. für die Auswahl der Kleidung notwendig ist. Das Gerät wird an den Gegenstand gehalten und sagt nach Tastendruck die jeweilige Farbe an.

5. Hilfsmittel für die Freizeit

Von verschiedenen Herstellern werden modifizierte Brett- und Würfelspiele für Kinder und Erwachsene angeboten, die durch besondere Prägungen oder extragroße Symbole den Bedürfnissen sehbehinderter Menschen Rechnung tragen. Kartenspiele zeichnen sich durch Symbole unterschiedlicher Prägung für die vier Spielfarben und den Wert der einzelnen Karte aus. Diese Zeichen lassen sich mit etwas Übung leicht ertasten.

Für Menschen, die nicht (mehr) in der Lage sind, Bücher selbst zu lesen oder fernzusehen, können Hörbücher eine gute Alternative sein. Man kann Hörbücher auf verschiedenen Tonträgern erhalten: auf Kassetten oder CDs.
Bei der Anschaffung eines Abspielgerätes sollte man darauf achten, dass es einfach zu bedienen ist. Am besten wählt man eines, dass nur für die jeweilige Funktion vorgesehen ist. Kassetten haben den Vorteil, dass deren Handhabung häufig schon bekannt ist. Da die Abspielzeit aber begrenzt ist, ist ein häufiges Wechseln der Kassetten notwendig.

Hörbücher auf CD verfügen über eine längere Abspieldauer und zudem über eine bessere Tonqualität, jedoch lassen die herkömmlichen Abspielgeräte ein Unterbrechen nicht zu. Nach jeder Unterbrechung muss die CD von vorn gehört werden.
Werden diese herkömmlichen Audio-CDs allerdings auf MP3-Playern abgespielt, ist ein Unterbrechen möglich. Hörbücher im MP3-Format haben den Vorteil, dass ein Buch komplett auf nur eine CD passt, die Tonqualität bleibt auch nach häufigem Hören erhalten, das Unterbrechen ist möglich. Einige Geräte bieten zudem noch die Funktion, Lesezeichen zu setzen, wenn man zwischendurch eine andere CD hören möchte.

Von sehbehinderten Menschen können Hörbücher in Blindenbüchereien kostenlos ausgeliehen werden. Um diesen Service nutzen zu können, ist lediglich das Einreichen einer Kopie des Schwerbehindertenausweises oder ein ärztliches Attest über die Sehbehinderung notwendig.

Um die Benutzerführung der Hörliteratur für sehbehinderte Menschen zu verbessern, wurde außerdem ein neues Medium entwickelt - das so genannte DAISY (Digital Accessible Information System). Der „Leser“ kann bei einer DAISY-CD wie in einem richtigen Buch blättern und einfach von Kapitel zu Kapitel springen. In manchen DAISY-Büchern ist es auch möglich, nach bestimmten Seiten oder Sätzen zu suchen.
Zudem passen auf eine DAISY-CD bis zu 40 Stunden lange Hörbücher bzw. mehrere kürzere Bücher. Auf eine bisher handelsübliche Hörbuch-CD passen hingegen maximal 80 Minuten.

Auch Tageszeitungen, Wochenzeitungen oder Illustrierte gibt es in den verschiedenen Versionen als Hörausgabe. Einige Tageszeitungen werden in wöchentlichen Zusammenfassungen als Hörkassetten produziert. Bei einigen Zeitungen gibt es aber auch die Möglichkeit, sich diese täglich mit einem Newsreader als Hörzeitung vorlesen zu lassen.
Der Newsreader ist ein PC mit Sprachausgabe und Internetanschluss. Die speziell aufbereitete Tageszeitung wird über die Telefonleitung im PC gespeichert und kann nach Bedarf mit einer synthetischen Stimme vorgelesen werden. Eine einfache Tastatur ermöglicht es, aus dem Inhaltsverzeichnis der Zeitung bestimmte Artikel auszuwählen.

6. Hilfsmittel für den Medizin- und Gesundheitsbereich

Gerade bei Medikamenten oder medizinischen Geräten ist eine Genauigkeit bei der Einnahme oder beim Ablesen von Werten (Gewicht, Körpertemperatur, Blutzuckerwerte, Blutdruck etc.) von besonderer Bedeutung. Auch für diesen Bereich gibt es einfache und gut zu bedienende Hilfsmittel.
Auf dem Markt sind Tablettenboxen, in die die einzelnen Medikamente einsortiert werden können. Mit Markierungspunkten lassen sich die verschiedenen Medikamentenpackungen kennzeichnen, um sie sicher voneinander unterscheiden zu können.

Es gibt akustische Tropfenzähler, die das Abzählen der Tropfenmenge durch ein akustisches Signal beim Tropfen ermöglichen. Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, Personenwaagen und Fieberthermometer mit Sprachausgabe helfen, die Eigenständigkeit zu bewahren und ermöglichen es, bei ihrer Anwendung ohne fremde Hilfe auszukommen.

7. Vergrößernde Sehhilfen

Gerade im Bereich des Lesens oder der Orientierung in der Umgebung sind oft spezielle Hilfsmittel erforderlich. Eine herkömmliche Brille oder Kontaktlinsen allein reichen für sehbehinderte Menschen in der Regel nicht aus. Im Folgenden wird skizziert, welche Sehhilfen in welchen Alltagssituationen am häufigsten zur Anwendung kommen.

Sehhilfen für unterwegs Zur Orientierung im Freien ist bei hinreichend intaktem Gesichtsfeld eine Sehschärfe von 10 % ausreichend. Die in diesem Maße sehbehinderten Menschen finden sich mit ihrer „normalen“ Brille in gewohnter Umgebung außerhalb ihrer Wohnung zurecht. Sie finden den Weg zu öffentlichen Verkehrsmitteln, zur Bank, zur Post, zu Behörden und Einkaufsmöglichkeiten.

Um jedoch auch in unbekannter Umgebung weitgehend unabhängig zu sein, bietet sich für sehbehinderte Menschen die Nutzung eines Taschenfernrohrs, Monokular genannt, an. Monokulare ermöglichen beispielsweise das Lesen von Straßenschildern und Hausnummern, die Orientierung auf dem Bahnhof und das Lesen von Fahrplänen. Auch Textinformationen und Preisschilder in den Auslagen können damit gelesen werden.

Blendempfindlichen Menschen helfen unter Umständen Brillen mit Filtergläsern, die zwar nicht vergrößern, doch oft blendungsfreies und kontrastverstärktes Sehen ermöglichen. Zusätzlich dazu empfiehlt es sich, bei starker Blendempfindlichkeit eine Schirmmütze zu tragen.

7.1 Sehhilfen für den häuslichen Bereich

Viele hauswirtschaftliche und handwerkliche Arbeiten erfordern bei intaktem Gesichtsfeld eine Sehschärfe von ungefähr 20 bis 30 %.
Ist der Vergrößerungsbedarf nicht zu hoch, erweist sich der Einsatz von Lupen, die es mit unterschiedlicher Vergrößerung gibt, als hilfreich. So helfen beispielsweise Standlupen oder Umhängelupen beim Gemüseputzen oder Fleischauslösen.

Handlupen lassen sich beim Abwiegen oder beim Lesen von Rezepten oder Bedienungsanleitungen sinnvoll einsetzen.
Leuchtlupen verfügen über eine integrierte Beleuchtung. Auch sie gibt es mit verschiedenen Vergrößerungen. Sie helfen beim Lesen z. B. von Zeitungsartikeln, Büchern und allen Texten.
Standleuchtlupen sind besonders bei „unruhiger Hand“ sehr bequem. Sie werden auf die Texte gesetzt und entlang der Zeilen verschoben. Welcher Vergrößerungsbedarf im Einzelnen sinnvoll ist, muss beim Augenoptiker geklärt und ausprobiert werden.

Allgemein gilt: Je höher die Vergrößerung, desto kleiner wird der vergrößert dargestellte Bildausschnitt. Im Einzelnen muss ermittelt werden, ob es sinnvoll ist, die Lesebrille beim Gebrauch der Lupe zu benutzen und welche Stärke sie dann haben sollte.

Ein weiteres Hilfsmittel ist die Lupenbrille.
Lupenbrillen können das Lesen von Aufschriften z. B. auf Verpackungen oder Bedienelementen erleichtern. Ihr wesentlicher Vorteil ist, dass man sie überallhin leicht mitnehmen kann und dass sie kosmetisch unauffällig sind. Man muss sich allerdings an die kurze, gleich bleibende Leseentfernung gewöhnen. Bereitet das keine Schwierigkeit mehr, kann man mit einer Lupenbrille auch längere Zeit lesen.

Das Fernsehen ist für die meisten Menschen zur Informationsbeschaffung und zur Unterhaltung von großer Bedeutung. Auch hier haben Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen Probleme. Sie können sich dadurch helfen, dass sie näher an den Fernseher heranrücken. Dabei müssen sie durch eine dem Abstand zum Fernsehgerät angepasste Brille unterstützt werden.
Nachteilig ist aber, dass Mitsehenden die Sicht dann verstellt wird. Der Einsatz einer Fernrohrbrille vermeidet dies. Ein in dieses Hilfsmittel eingebautes Fernrohr wird auf einen größeren Abstand auf den Fernseher ausgerichtet und stellt ihn vergrößert dar.
Das Fernsehen mit einer Fernrohrbrille ist allerdings recht anstrengend: Eine ruhige Kopfhaltung ist notwendig und die Brille liegt meist recht schwer auf der Nase.
Mit hinreichender Motivation und Übung lässt sich aber auch hier, wie bei allen anderen vergrößernden Sehhilfen, ein Erfolg erzielen. Durch Aufstecklupen wird eine Fernrohrbrille zum Lesen auf die Nähe eingestellt.

Diese Sehhilfe bezeichnet man als Fernrohrlupenbrille. So können zunehmende Vergrößerungen bei allerdings abnehmenden Arbeitsabständen ermöglicht werden. Bei gleichen Vergrößerungen ist jedoch der Leseabstand bei Nutzung der Fernrohrlupenbrille deutlich größer als bei den optisch einfacheren Lupenbrillen. Verwendet man vergrößernde Sehhilfen zum Lesen, empfiehlt es sich, für eine entspannte Körperhaltung ein Lesepult zu benutzen.

Reicht die Versorgung mit optischen Hilfsmitteln nicht mehr aus, können elektronische Hilfsmittel, wie z.B. ein Bildschirmlesegerät, eingesetzt werden. Eine Kamera nimmt wie beispielsweise einen Ausschnitt eines Zeitungsartikels auf und bringt ihn vergrößert auf einen Monitor. Damit lassen sich deutliche höhere Vergrößerungen erzielen als mit optischen Hilfen.

Es gibt sie der Regel als Colorgeräte, die sich zur oft besseren Schriftdarstellung auf schwarzweiß umschalten lassen. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit der Kontrastumkehr:
statt schwarz auf weiß wird der Zeitungsdruck weiß auf schwarz dargeboten.
Wie bei allen genannten vergrößernden Sehhilfen, muss auch der Gebrauch der Bildschirmlesegeräte geübt werden, soll sich der gewünschte Erfolg einstellen.

7.2 Sehhilfen für Schule und Beruf

Ein probates Hilfsmittel für alle Schulkinder ist die Visolettlupe, die einfach auf die Schulbücher oder andere Lehrmaterialien aufgesetzt wird und eine ca. 2-fache Vergrößerung bietet.
Indem sich Kinder mit ihrer Nase bis an die Lupe heran nähern können, erreichen sie deutlich höhere Vergrößerungen und können erstaunlich feine Details in ihren Büchern erkennen.

Auch die oben beschriebenen Lupen, Lupenbrillen, Fernrohrbrillen, Monokulare und Bildschirmlesegeräte können im Schulalltag und im Berufsleben eingesetzt werden.
Gute Dienste leisten in Schule und Beruf zudem Kameralesegeräte, die es ermöglichen, das Tafelbild mit der Kamera einzufangen, auf einen Computerbildschirm zu übertragen und somit für das sehbehinderte Kind lesbar zu machen.
Vergrößerungssoftware, die sowohl die Bedieneroberfläche des PC-Programms als auch die zu bearbeitenden Texte oder Bilder vergrößert, ist in vielen Fällen sinnvoll einzusetzen.

8. Hilfsmittelberatung

Jeder Mensch kann von einer Sehbehinderung betroffen werden, oft auch völlig unvorbereitet. Viele fühlen sich anfangs niedergeschlagen und hilflos.

8.1 Allgemeine Beratung durch die Landesvereine

Die Landesvereine im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. haben es sich zur Aufgabe gemacht, sehbehinderte und blinde Menschen zu beraten und ihre Interessen zu vertreten.

Menschen mit Sehproblemen sowie deren Angehörigen und Freunden bieten die Landesvereine im DBSV sowie deren rund 250 Untergliederungen Rat und Hilfe an. Von größter Wichtigkeit ist zunächst das Gespräch "von Mensch zu Mensch" mit einem Gleichbetroffenen. Deshalb ist der Kontakt zu einer Selbsthilfeorganisation hilfreich für die Bewältigung der neuen und für den Einzelnen oft sehr schwierigen Lebenssituation.

Rat und Hilfe geben die Landesvereine und ihre Untergliederungen in der Regel u. a. in folgenden Bereichen:

8.2 Beratung zu Sehhilfen

Aufgrund der individuellen Sehsituation des einzelnen sehbehinderten Menschen sind auch die Anforderungen an die Hilfsmittel in der Regel sehr unterschiedlich. Nicht jedes Hilfsmittel ist für jeden sehbehinderten Menschen geeignet. Ein Hilfsmittel, das von dem einen für gut befunden wird und ständig im Einsatz ist, kann für den Nächsten, der offenkundig an der gleichen Augenerkrankung leidet und einen nahezu identischen Augenbefund hat, völlig ungeeignet sein.
Außerdem müssen die Hilfsmittel immer individuell angepasst werden und auch die korrekte Handhabung muss geübt werden. Hinzu kommt das inzwischen sehr große Angebot an Hilfsmitteln, das für den Laien kaum noch durchschaubar ist. Eine fachkundige und gründliche Beratung ist deshalb eine wesentliche Voraussetzung, um das richtige und optimal angepasste Hilfsmittel zu finden.

Wer führt die Beratung durch?

Vom behandelnden Augenarzt erhalten betroffene Patienten oftmals schon erste Empfehlungen bezogen auf eventuell geeignete Hilfsmittel und Beratungsangebote. Meist kann der Augenarzt selbst keine oder zumindest keine umfassende Beratung vornehmen.

In jedem Fall ist die Kontaktaufnahme zu den örtlichen Blinden- und Sehbehindertenvereinen zu empfehlen (siehe oben). Dort sind zunächst Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Betroffenen usw. gegeben.
Überdies bieten die Vereine selbst oder aber in Verbindung mit Augenkliniken Hilfsmittelerprobungen an. Im Rahmen dieser Erprobungen wird versucht, durch gezielte Beratung herauszufinden, welches Hilfsmittel das geeignete ist. Gleichzeitig können in gewissem Rahmen technische und optische Hilfen ausprobiert und das Ergebnis der Beratung dadurch überprüft werden.

Information und Beratung zu technischen und optischen Sehhilfen bieten in der Regel auch alle Augenoptiker in ihren Geschäften an.
Da die Zahl der hochgradig sehbehinderten Menschen im Vergleich zu den anderen Kunden jedoch sehr gering ist, kann es vorkommen, dass der Augenoptiker vor Ort zwar über das theoretische Wissen, nicht aber über die notwendige Erfahrung und die Vorführgeräte verfügt, um eine umfassende Hilfsmittelberatung und -erprobung durchzuführen. Allerdings gibt es schon eine Vielzahl an Augenoptikerbetrieben, die sich auf die Beratung hochgradig sehbehinderter Kunden spezialisiert haben und langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der Hilfsmittelberatung vorweisen können. In diesen Geschäften sind dann auch Produkte unterschiedlicher Hersteller zu finden und auszuprobieren. Der örtliche Blinden- und Sehbehindertenverein und die Landesinnungsverbände der Augenoptiker können darüber Auskunft geben, welcher Fachbetrieb zu empfehlen ist.

Ist die Inanspruchnahme einer Hilfsmittelberatung und -erprobung beim Augenoptiker oder beim Selbsthilfeverein nicht möglich, kann man sich auch von den diversen Firmen ihre Produkte im Rahmen offizieller Ausstellungen oder eigens vereinbarter Vorführtermine zeigen lassen. Nachteilig bei einem eigenen Vorführtermin ist, dass nur eine Firma ihre Produkte vorstellt und ein direkter Vergleich mit Produkten anderer Hersteller nicht möglich ist.
Im Rahmen einer Ausstellung wiederum sind zwar viele unterschiedliche Anbieter vertreten, die Vielfalt kann aber auch eine Überforderung darstellen.
Zudem ist im Rahmen einer Ausstellung in der Regel keine umfassende Beratung und Erprobung möglich.

Der Ablauf einer Beratung

In der Regel umfasst eine Beratung folgende Schritte:

- Zunächst muss festgestellt werden, wie die bisherige Ausstattung mit Brillen, Kontaktlinsen und optischen Hilfsmitteln aussieht und welches Problem besteht, das mit einem Hilfsmittel gelöst werden soll.
Probleme können beispielsweise Schwierigkeiten beim Lesen oder der Ausübung verschiedener anderer Tätigkeiten sein, aber auch Tragekomfort bzw. Handhabungsprobleme spielen eine Rolle.

- Weiterhin muss geklärt werden, welche Sehanforderungen bestehen. Im Gespräch werden die Alltagsbereiche ermittelt, in denen eine Verbesserung des Rest-Sehens gewünscht wird, und abgeklärt, ob es dafür nützliche optische Sehhilfen gibt.
Üblicherweise steht im Mittelpunkt der Bemühungen, wieder lesen, fernsehen, bestimmte Tätigkeiten verrichten zu können oder sich in der Öffentlichkeit besser zu bewegen und zu orientieren.

- Schließlich muss festgestellt werden, wie der konkrete Vergrößerungsbedarf aussieht und – für den Bereich des Nah-Sehens – welcher Arbeitsabstand der ideale ist. Weiterhin müssen gegebenenfalls motorische Besonderheiten berücksichtigt werden.

- Unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus den oben genannten Schritten werden letztlich verschiedene vergrößernde Sehhilfen vorgestellt und ausprobiert.

- In Abstimmung mit dem Augenarzt wird abschließend die endgültige Ausgestaltung der geeigneten vergrößernden Sehhilfe festgelegt.

Anhaltspunkte für eine gute Beratung

Die Qualität einer Beratung selbst ist schwer zu messen, da hier eine Vielzahl subjektiver Eindrücke zusammentreffen.
Wichtig ist zunächst, dass sich der Ratsuchende gut aufgehoben und mit seinen Schwierigkeiten verstanden fühlt. Ist der Bedarf definiert, sollten bezüglich der Hilfsmittel mehrere Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Dabei sollte auch die Möglichkeit gegeben sein, verschiedene Hilfsmittel unter Anleitung in Ruhe selbst ausprobieren zu können, Fragen zu klären und Unsicherheiten im Umgang mit diesem Hilfsmittel abzubauen.
Werden nur Produkte einer Firma gezeigt oder wird nur eine Art von Hilfsmittel angeboten, ohne auf Alternativen zu verweisen, sollten weitere Fachleute befragt werden.

Auch der Ratsuchende selbst kann zum Erfolg einer Beratung beitragen. Da der Berater den Ratsuchenden in der Regel nicht gut kennt, kann er nur wenig über dessen Alltag und Gewohnheiten wissen. Der Ratsuchende sollte daher möglichst genau, auch auf Fragen, die eventuell peinlich sind, weil die Auseinandersetzung mit den aus der Sehbehinderung resultierenden Einschränkungen noch nicht abgeschlossen ist, antworten.
Eine Beratung macht keinen Sinn, wenn der Betroffene nicht offen über seine Sehbehinderung und die damit verbundenen Schwierigkeiten zu sprechen vermag.

Bevor ein Berater aufgesucht wird, kann der Ratsuchende sich Gedanken über diejenigen Problemstellungen machen, die aus seiner Sicht die dringlichsten sind. Eine Liste mit allen für den Ratsuchenden wichtigen Fragen kann hilfreich sein. So kann der Berater schnell auf den Punkt kommen. Die Beratung wird effektiver und dem Ratsuchenden werden viele mühselige Ermittlungen und Nachfragen erspart.

9. Der Weg zum Hilfsmittel

Da Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen keine Massenprodukte sind, sind sie meist sehr teuer. Kaum ein sehbehinderter Mensch könnte seine angemessene Ausstattung mit Hilfsmitteln selbst finanzieren. Dies ist in den meisten Fällen auch nicht erforderlich, da notwendige Hilfsmittel von so genannten Kostenträgern übernommen werden. Das heißt aber dann auch, dass gewisse Formalien bei der Anschaffung von Hilfsmitteln zu beachten sind.

9.1 Wer trägt die Kosten?

Bei der Versorgung mit Hilfsmitteln muss erst einmal unterschieden werden, ob es sich um ein Hilfsmittel handelt, das die sehbehinderten Menschen selbst bezahlen müssen oder eins, welches durch einen Kostenträger finanziert bzw. bezuschusst wird.
Für Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens wie Telefone, Uhren, Haushaltsgeräte, Spiele und Sportausrüstungen und ihre sehbehindertengerechte Umrüstung werden grundsätzlich keine Kosten übernommen.

Die Kosten für vergrößernde Sehhilfen werden in der Regel übernommen. Gerade Krankenversicherungen verleihen aber auch häufig ein Gerät aus ihrem vorhandenen Gerätebestand. Oder die Kostenträger bewilligen lediglich die Zahlung eines Festbetrages, der sich am preiswertesten Produkt am Markt orientiert.
Nicht immer erfüllt ein oft auch nicht mehr ganz neues Leihgerät oder das preiswerteste Gerät die individuellen Ansprüche des sehbehinderten Nutzers. Die Differenz zu einem teureren Hilfsmittel muss dann der sehbehinderte Mensch selbst tragen.

Die rechtliche Abgrenzung, welcher Kostenträger wann welches Hilfsmittel zahlt, ist sehr kompliziert. Je nach Zuständigkeit kommen dafür die folgenden Kostenträger in Frage:

Die Zuständigkeiten können u. A. auch davon abhängig sein, ob die Hilfsmittel im Privatbereich, für die Schul- und Berufsausbildung oder den Arbeitsbereich benötigt werden. In den meisten Fällen sind jedoch die Krankenversicherungen zuständig.
Grundsätzlich stehen sehbehinderten Menschen die für ihre speziellen Bedürfnisse notwendigen vergrößernden Sehhilfen zu.
Die Entscheidung über die Notwendigkeit eines speziellen Hilfsmittels wird aber für jeden Einzelfall von Augenarzt und Kostenträger getroffen.
Falls Probleme bei der Kostenübernahme durch die Kostenträger auftreten sollten, ist es empfehlenswert, sich z. B. bei den Blinden-und Sehbehindertenvereinen über die gültige Rechtslage informieren zu lassen.

9.2 Ablauf der Versorgung mit vergrößernden Sehhilfen

Die Abfolge einer Versorgung mit vergrößernden Sehhilfen sieht in der Regel folgendermaßen aus:

Abweichungen von diesem Regelablaufkann es aufgrund regionaler Unterschiede, aber auch aufgrund der individuellen Handhabung bei einzelnen Augenärzten geben. Manchmal ist auch sinnvoll, sich im Vorfeld schon bei dem zuständigen Kostenträger zu erkundigen, ob und für welches Hilfsmittel unter welchen Voraussetzungen die Kosten übernommen werden.
Vorteilhaft ist es meist auch, wenn der Arzt nach erfolgter Beratung durch Blinden- und Sehbehindertenverein und/oder den Augenoptiker in der Verordnung für das Hilfsmittel möglichst genaue Angaben macht, z. B. das Produkt eines bestimmten Herstellers (Fabrikat, Typ) verordnet, da dies die spätere Abrechnung mit den Kostenträgern erleichtern kann.

10. Den Umgang mit Hilfsmitteln trainieren

Warum ist ein Training im Umgang mit Hilfsmitteln nötig bzw. wichtig?

Häufig besitzen sehbehinderte Menschen optische und elektronische Sehhilfen, sind aber im Gebrauch mit diesen nicht geübt. Im so genannten Low Vision-Training soll die Handhabung mit Hilfsmitteln wie Lupe, Monokular, Lupenbrille oder Bildschirmlesegerät geübt werden. Darüber hinaus soll auch eine eventuell vorhandene Scheu, das Hilfsmittel auch in der Öffentlichkeit zu verwenden, abgebaut werden.

Aber auch der Gebrauch von anderen Hilfsmitteln wie dem Langstock, der Einsatz von Markierungen und Kontrasten, der Einsatz von sprechenden Etiketten oder die Bedienung spezieller Haushaltsgeräte etc. sollte unter professioneller Anleitung geübt werden. Dadurch können Fehler bei der Anwendung, aber auch Gefahrensituationen vermieden werden.

Was beinhaltet ein Hilfsmitteltraining?

Je nach Bedarf kommt die Fachperson zum sehbehinderten Menschen nach Hause oder auch an den Arbeitsplatz, um z. B. Tipps für eine richtige Beleuchtung zu geben, den Einsatz von optischen und elektronischen Hilfsmitteln zu Hause zu trainieren oder den Arbeitsplatz mit Hilfsmitteln auszustatten. Das Training kann aber auch im Freien (Monokulartraining), in öffentlichen Gebäuden oder in Geschäften erfolgen.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass man sich in der Low Vision-Arbeit nicht nur auf die Sehbehinderung konzentriert, sondern den sehbehinderten Menschen in seiner Gesamtheit - mit all seinen durch die Sehbehinderung auftretenden Problemen - ernst nimmt.

Wer führt ein Hilfsmitteltraining durch?

Diese Maßnahmen werden von Low Vision-Trainern, Augenoptikern mit Low Vision-Zusatzqualifikation, O&M-Trainern (O = Orientierung, M = Mobilität), LPF-Trainern, Augenärzten, Sehbehindertenambulanzen, Schulen oder Berufsbildungswerken für sehbehinderte Menschen durchgeführt.

Wo erhalte ich Kontaktadressen?

Die Angebote für diese Trainingsmaßnahmen sind regional unterschiedlich gestaltet und die Bezeichnung für die Zusatzqualifikationen der entsprechenden Trainer oder Schulungsleiter wie Low Vision-Trainer sind nicht geschützt.
Um sicher zu gehen, dass entsprechende Anbieter seriös und ausreichend qualifiziert sind, sollten die Betroffenen die Kontaktadressen bei den Ortsvereinen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes erfragen.

Wer trägt die Kosten?

Derzeit gibt es keine Regelungen für eine Kostenübernahme einer reinen Trainings-/Schulungsmaßnahme für den Gebrauch von Hilfsmitteln. Die Kosten werden nur in Zusammenhang mit einer LPF- oder O&M-Schulung übernommen.
Die Hilfsmittelverkäufer oder -lieferanten führen in der Regel eine kleine Grundeinweisung in das gekaufte Hilfsmittel durch, die von den Kostenträgern für das Hilfsmittel mitgezahlt wird. Für Übungsbedarf, der über diese Angebote hinausgeht, müssen die Kosten von den sehbehinderten Menschen selbst getragen werden.

11. Mobile Elektronik

Als Quelle für die folgenden Informationen dienten die Webseiten von INCOBS (Informationspool Computerhilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte). Das Förderprojekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands e.V. (DBSV) sowie dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) unterstützt. Allen, die an weiterführenden technischen Informationen, einem Marktüberblick über die angeboteten Hilfsmittel sowie an Testberichten interessiert sind, empfehlen wir den Besuch der sehr empfehlenswerten INCOBS-Webseiten!

11.1 Braille-Zubehör

Elektronische Blindenschriftmaschine und Braille-Drucker

Elektronische Blindenschriftmaschine verfügen über eine Braille-Tastatur. Alle Funktionen einer elektronischen Schreibmaschine stehen zur Verfügung; z.B. Tabulator, Randsteller, variabler Zeilenabstand. Angeschlossene oder mitverbaute Brailledrucker drucken bzw. stanzen erhabene Braille-Zeichen auf spezielles Papier, sogenanntes Punktschrift- bzw. Braillepapier. Auf diese Weise werden Informationen für blinde Menschen, die die Blindenpunktschrift beherrschen, lesbar oder besser gesagt fühlbar gemacht.

Näheres zur Braille-Schrift und ihre Handhabung siehe auch unter Infothek/Braille/Artikel von Norbert Müller!

Durch den Computer und andere Medien ist die Nachfrage nach Brailleausdrucken und damit auch nach Brailledruckern in den letzten Jahren zurückgegangen. Das Angebot an unterschiedlichen Geräten ist aber trotzdem noch recht groß. In Kombination mit einem Computer können manche Geräte auch taktile (tastbare) Grafiken ausdrucken und/oder die 6/8-Punkt-Braille-Dokumente in Schwarzschrift ausgeben.

Und umgekehrt: Vorlagen, die in Schwarzschrift mit dem PC erstellt wurden, können mithilfe eines speziellen Programms in Brailleschrift umgewandelt werden. Wie herkömmliche Drucker auch, wird der Brailledrucker über den PC gesteuert und druckt dann das Schriftstück in Blindenpunktschrift aus.

Wie die Schreibmaschinen für Sehende sind diese Geräte prinzipiell nicht ortsgebunden, vom Gewicht her sind jedoch nicht alle als "tragbar" zu bezeichnen.

Einer kleinsten und leichtesten Brailledrucker "für unterwegs" wiegt beispielsweise je nach Ausstattung 4 bis 5 Kilogramm und hat einen Grundriss von 40 auf 25 cm. Immerhin druckt er einseitig 8 Zeichen pro Sekunde oder 15 Zeichen doppelseitig.

Mobile Braillezeilen

Was ist eine Braillezeile?
Braillezeilen werden meist als Kombination mit einem Screenreader und einer Sprachausgabe zur Arbeit am Computer genutzt. Sie zeigen das Computerbild in der Blindenschrift Braille an.
Die Funktion der Bedienelemente ist es, den blinden Nutzer bei der Navigation und Orientierung auf dem Bildschirm zu unterstützen. Die Scrolltasten/Lesetasten dienen dazu, den auf dem Brailledisplay angezeigten Ausschnitt schrittweise über den Bildschirm zu führen. Ihre Anzahl, Form und Anordnung ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich.
Funktionstasten sind in sehr verschiedener Art und Anzahl vorhanden. Wichtig für flüssiges Lesen sind Tasten, mit denen Funktionen der Computertastatur ausgelöst werden können. Routingtasten über den einzelnen Braillemodulen steuern den Cursor und in einigen Fällen unter Windows auch die Maus.
Einige Braillezeilen haben eine doppelte Routing-Vorrichtung (Tasten, Sensoren, Schieberegler), mit der per Sprachausgabe Zusatzinformationen zum einzelnen Zeichen oder Bildschirmelement abgerufen werden können. Eine vertikale Orientierung wird von einigen Braillezeilen durch Schieberegler, Sensoren oder vertikale Braillemodule angeboten.
Die Bedienelemente der Braillezeile werden mit Hilfe des Screenreaders aktiviert. Eine gute Abstimmung beider Komponenten ist also wichtig, um die Möglichkeiten der Braillezeile wirksam werden zu lassen. Aktueller Trend ist die Steuerung der Sprachausgabe des Screenreaders mit den Tasten der Braillezeile. Hierdurch werden Braillezeilen zu einer multimedialen Hardwarebasis für den Computerzugang Blinder ausgebaut.

Ein mobiler Arbeitsplatz lässt sich mit dieser Technik auch organisieren. Ein Screenreader ist auf einem handelsüblichen Notebook mit einem Windows-Betriebssystem relativ schnell installiert. Hierzu gibt es auch passende transportable Braillezeilen.

11.2 Sprach-Zubehör

DAISY-Player

Das DAISY-Format wurde schon unter 5. Hilfsmittel für die Freizeit angesprochen.

Die Geräte kosten zwischen 300 und 900 Euro und sind meistens in der Lage, auch Audio-CDs und normale MP3- und WAV-Dateien abzuspielen. Einige Geräte verfügen auch über eine Aufnahmefunktion und Erweiterbarkeit mit Flash-Speicherkarten.
Laut INCOBS ist das "Flaggschiff unter den DAISY-Playern" der Plextalk PTR2 vom japanischen PC-Edelbrenner-Hersteller Plextor. Er verfügt nicht nur über alle wichtigen Abspielfunktionen, sondern man kann mit ihm auch Aufnahmen und eigene DAISY-Bücher erstellen (ausser auf Compact Flash-Karten zum Beispiel auf Mini-CDs oder normale CD/CD-RW-Größen). Der Plextalk PTR2 wird von einigen Anbietern für ca. 900 Euro angeboten.

Diktiergeräte/Notizgeräte

Mit digitalen Diktiergeräten oder Rekordern kann man Gespräche, Sprachnotizen oder auch Musik aufzeichnen. Im Gegensatz zum Tonband oder der Kompaktkassette wird dabei eine Datei produziert, die am Computer weiterbearbeitet werden kann. Es gibt unterschiedliche Gerätetypen:

Diktiergeräte eignen sich für Sprachaufzeichnungen, also z.B. Sprachnotizen oder Diktate. Manchmal laufen Diktiergeräte auch unter der Bezeichnung Notizgeräte. Von Diktier- oder Notizgeräten zu unterscheiden sind die digitalen "Rekorder". Rekorder sind hochwertiger und können deshalb auch für Musikaufnahmen genutzt werden. Die Zugänglichkeit vieler digitaler Geräte ist für blinde und sehbehinderte Anwender meist schlechter als bei Kassettenrekordern.

11.3 Kommunikation

Handy

Vorangestellt sei, dass sich zwecks Datenverwaltung/-speicherung aktuelle Handys generell über verschiedene Anschlüsse mit einen Computer verbinden lassen. Das Handy wird entweder über die serielle, USB-, Bluetooth- oder Infrarot-Schnittstelle mit einem Rechner mit Screenreader und Ausgabemedien wie Braillezeile und Sprachausgabe verbunden. Serielle und USB-Schnittstellen benötigen zum Anschluss geeignete Datenkabel. Eine Infrarot- oder Bluetooth-Schnittstelle erfordert zwar kein Übertragungskabel, dafür muss jedoch der Computer (Empfangsgerät) über ein entsprechendes Empfangsmodul verfügen.

Ein spezielles Programm ermöglicht einen Datenaustausch zwischen Handy und Rechner. So kann das Handy-Display über den Rechner ausgelesen werden, es können SMS-Nachrichten eingegeben, Termine, Umleitungen oder Profiländerungen aktiviert werden.

Handys mit Sprachausgabe

Einige handelsübliche Handys können mit einer Sprachsoftware ausgestattet werden. Ähnlich wie beim Screenreader für Computer wird der Displayinhalt des Handys vorgelesen und der Nutzer bei der Navigation durch das Handymenü unterstützt. Mit Hilfe der Sprachsoftware können nahezu alle Funktionen der Geräte auch von Blinden und hochgradig Sehbehinderten genutzt werden, z.B.

Für deutsche Sprachsoftware-Produkte hat INCOBS einen Test veröffentlicht.

Vergrößerungssoftware für Handys

"Zooms" ist eine Vergrößerungssoftware für Handy-Displays. "Zooms" ist mit der Sprachsoftware "Talks" der Firma "Handy Tech" kombinierbar, so dass es möglich ist, gleichzeitig Sprache und Vergrößerung zu nutzen. Die Software vergrößert den gesamten Inhalt des Displays. Der Nutzer hat die Möglichkeit, die Darstellung auf dem Display nach seinen Bedürfnissen zu verändern. Dabei können z.B. Vergrößerungsstufe, Farben, Darstellungsarten individuell eingestellt werden. Wegen der Begrenztheit des Handy-Displays kann es sehr mühsam sein, mit hohen Vergrößerungsstufen zu arbeiten. Personen mit hohem Vergrößerungsbedarf sollten deshalb prüfen, ob Sie einer Sprachausgabe bzw. der Kombination mit Sprachsoftware nicht besser zurecht kommen.

Neben dem Vergrößerungsprogramm Zooms gibt es seit kurzem mit dem "Font Magnifier 1.10" (auf deutsch: "Buchstabenvergrößerer") der Firma PSILOC eine preiswerte Softwarelösung zur Vergrößerung des Displayinhaltes. Dabei werden die vom Handy verwendeten Schrifttypen vergrößert bzw. verkleinert. Als Zielgruppe des Produktes werden nicht ausdrücklich Sehbehinderte genannt, sondern alle, die die Schriften ihres Telefons größer dargestellt haben möchten. Am interessantesten ist der Font Magnifier 1.10 für Menschen mit einem eher geringen Vergrößerungsbedarf und für Handys mit einem großen Display. Wer aufgrund einer starken Sehbehinderung eine starke Vergrößerung bzw. weitere Einstellungsoptionen wie Farbinvertierung oder Textzeilenanpassung benötigt, sollte Zooms ausprobieren.

Vergößerte Handys

Derzeit sind mehrere Modelle mit größerem Tastenfeld und Display auf dem Markt, die sich nicht nur für Sehbehinderte, sondern auch für Senioren eignen. Auch hier möchten wir für weitere Informationen und Vergleichstests auf die Seiten von INCOBS verweisen.

Handy mit Braille-Schrift

Die Firma Handy Tech bietet das Paket Talks&Braille an. Eine angeschlossene Braillezeile ermöglicht die Bedienung des Handys und setzt die Informationen, die auf dem Handy-Display erscheinen, in Punktschrift um. Optional kann die zugehörige Braillezeile kabellos (per Bluetooth) mit dem Handy verbunden werden.

Voraussetzung scheint derzeit (Februar 2008) zu sein, dass die Handys mit dem Symbian-Betriebssystem ausgestattet und von Nokia hergestellt sind (lt. diverser Produktlisten).

Spezielle Handys ohne Display

Herkömmliche Handys erweisen sich häufig als wenig bedienfreundlich für Menschen mit Seheinschränkung. Bei der Entwicklung spezieller Geräte können Tastatur und Menüführung besonders gut auf die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Nutzer ausgerichtet werden.

Die komplette Bedienung wird von einer Sprachausgabe begleitet. Blinde Nutzer können SMS versenden und empfangen, ein Adressbuch anlegen und Statusinformationen wie die Netzstärke oder den Akkustand abfragen. Andere übliche Handy-Zusatzfunktionen wie Terminverwaltung, Wecker oder Kurzwahl werden nicht angeboten.

Navigationssysteme für Blinde

Die selbständige Mobilität blinder und sehbehinderter Menschen könnte zukünftig durch Navigationssysteme erleichtert werden. Das hätte auch Vorteile im Berufsleben, z.B. bei Geschäftsreisen oder den Besuch von externen Seminaren.

Die selbständige Mobilität in fremden Umgebungen ist für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen meist schwierig. Für die Arbeitsplatzsituation bedeutet das: Geschäftsreisen oder Besuche von externen Weiterbildungsveranstaltungen sind häufig nur mit Begleitpersonen möglich.
Navigationssysteme erscheinen grundsätzlich als eine für Blinde geeignete Technologie, um die Orientierung im öffentlichen Raum zu unterstützen. Navigationssysteme sind elektronische Geräte, die zur geographischen Ortsbestimmung sowie zur Bestimmung des Kurses zu einem geplanten Zielpunkt dienen. Per Sprachausgabe können Navigationssysteme den Standort, die Route zu einem Ziel sowie andere Navigationsdaten ansagen.
Die meisten Systeme stützen sich heute auf die Satellitennavigation. Das bekannteste Satelliten-Navigationssystem ist das US-amerikanische Global Positioning System (GPS). Navigationssysteme werden bislang hauptsächlich im Kraftfahrzeugverkehr genutzt. Es gibt aber auch Systeme für Fußgänger und speziell für blinde Menschen.

Diese weisen in der Praxis jedoch noch einige Schwächen auf: Während Autos an Straßen gebunden sind, bewegen sich Fußgänger weitaus flexibler im Raum und benötigen entsprechend detailliertere, präzisere Informationen. Als problematisch bei der Entwicklung von Navigationssystemen für Fußgänger wird allgemein angegeben:

Testberichte zeigen, dass die Fußgängernavigation per Satellit aus diesen Gründen (noch) nicht zuverlässig funktioniert.

Als Probleme beim Einsatz werden das mangelhafte Kartenmaterial für Fußgänger und z.T. fehlende Satellitenverbindungen geschildert. Erfahrungsberichte zeigen, dass sich die Systeme eher für Wege, die bereits bekannt sind oder die man sich einmalig mit einem Helfer erarbeitet, eignen. So gibt es für die Nutzer die Möglichkeit, markante Orientierungspunkte, z.B. Gebäude, selbst einzugeben und abzuspeichern.
Krankenkassen und andere Kostenträger finanzieren Navigationssysteme in der Regel nicht.

11.4 Mobile Computer

Notebooks

Kaufkriterien wie Preis, Akkuleistung oder Gewicht sind für alle Notebooknutzer relevant. Computerzeitschriften oder Verbraucherschutzorganisationen informieren in regelmäßigen Abständen über Qualität und Leistungsspektrum von Notebooks. Personen mit Sehschädigung sollten beim Kauf eines Notebooks darauf achten, dass Tastatur und Monitor geeignet sind und benötigte Hilfsmittel problemlos angeschlossen und genutzt werden können.

Organizer/PDAs

Organizer oder PDAs sind kleine, mobile Computer im Taschenformat. Sie sollen dem mobilen Anwender an Ort und Stelle Funktionen wie Adressbuch, Terminverwaltung, Textverarbeitung oder Taschenrechner bieten können. Da die herkömmlichen Organizer von Blinden meistens nicht zu bedienen sind, haben Hilfsmittelanbieter spezielle Geräte für blinde Nutzer entwickelt

12. Rund um den PC

12.1 Hardware

PC

Normal-Sehende, die sich aus vielen Quellen und Medien informieren und unterhalten lassen können, sind oft der Ansicht, Computer und Internet seien "moderner Schnickschnack", auf den sie verzichten können (weil sie keinen Bedarf haben).
Für Blinde und Sehbehinderte ist aber der PC die große Chance, an einer zunehmend "elektronischen Gesellschaft" teilzuhaben, er stellt für viele wie auch immer behinderte Menschen das Fenster zur Welt dar.

Aber das plakative "Klicki-bunti"-Ambiente gängiger Betriebssysteme mit ihrer Orientierung an den (sehenden) "Mäuseschiebern" und die animations- und effektwimmelnde Internetwelt sind gravierende Hürden für alle sehbehinderten Computernutzer.
Wie diese Hürden überwunden werden könen, soll die folgende Aufstellung von Hilfsmitteln zeigen, die nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und sich mit schon angesprochenen Hilfsmitteln hinsichtlich der Funktionalität zum Teil überschneiden kann.

Braillezeilen

Braillezeilen werden meist als Kombination mit einem Screenreader und einer Sprachausgabe zur Arbeit am Computer genutzt. Sie zeigen das Computerbild in der Blindenschrift Braille an.
Ihre prinzipielle Funktionsweise ist unter 11.1 Braille-Zubehör beschrieben. Näheres zur Braille-Schrift und ihre Handhabung siehe auch unter Infothek/Braille/Artikel von Norbert Müller

Vorlesesysteme

Vorlesesysteme, häufig auch Lesesysteme oder Lesesprechgeräte genannt, werden von blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen genutzt, um sich gedruckte Texte vorlesen zu lassen. Die zu lesenden Dokumente werden eingescannt, von einer Texterkennungssoftware verarbeitet und anschließend von der Sprachausgabe wiedergegeben. Auf diese Weise können neben Büchern und Zeitschriften auch Bankauszüge, Rechnungen und andere Dokumente gelesen werden.
Lesesprechgeräte werden als offene oder geschlossene Systeme angeboten. Geschlossene Vorlesesysteme enthalten alle Komponenten vom Scanner bis zur Sprachausgabe. Sie werden hauptsächlich im Privatbereich eingesetzt und sind häufig auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt.
An modernen Arbeitsplätzen üblich ist der Einsatz offener Lesesysteme, die auf einem Personalcomputer installiert werden. Gedruckte Texte können nicht nur vorgelesen und gespeichert werden, sie können auch weiter verarbeitet werden.

a. Geschlossene Systeme

Für Anwender, die für ihre Tätigkeit keinen Computer benötigen, reichen geschlossene Vorlesesysteme aus. Einige Geräte erlauben es, die eingescannten Texte abzuspeichern und zu verwalten.

Geschlossene Systeme enthalten gängige Flachbettscanner, z.B. von Epson oder Canon, auf die einzelne Blätter gelegt werden können. Bei einigen Lesesprechgeräten ist der Scanner nicht integriert, sondern steht daneben. Dies erleichtert den Austausch, erfordert aber mehr Platz.
Zur Erkennung der eingescannten Zeichen wird eine sogenannte OCR-Software genutzt. Obwohl in Lesesystemen meist Standardprodukte integriert sind, ist die Genauigkeit der Texterkennung von Gerät zu Gerät durchaus unterschiedlich.
Geschlossene Systeme sind zumeist mit einer besonders gut verständlichen, "menschlichen" Sprachausgabe ausgestattet.
Für viele Nutzer von geschlossenen Systemen ist die leichte Bedienbarkeit des Gerätes ausschlaggebend. Üblicherweise ist eine Spezialtastatur mit wenigen Tasten integriert, die ähnlich wie ein Kassettenrecorder zu bedienen ist.
Für Anwender mit feinmotorischen Problemen sind große Tasten in speziellen, taktil gut zu unterscheidenden Formen erhältlich. Diese vereinfachten Tastaturen reichen aber nicht aus, um komplexere Aufgaben auszuführen, z.B. ein Dokumentenarchiv zu verwalten. Üblicherweise begleitet eine Sprachausgabe den Nutzer durch alle Vorgänge und Arbeitsschritte.

b. Offene Systeme

An Arbeitsplätzen werden in der Regel offene Lesesysteme genutzt. Durch die Anbindung an den PC können die eingescannten Dokumente mit herkömmlichen Textverarbeitungsprogrammen abgespeichert und weiterverarbeitet werden. Die Steuerung erfolgt über die Computertastatur.
Offene Systeme bestehen aus den Komponenten PC, Scanner, Texterkennungs-Software und Sprachausgabe.
Erwirbt man ein abgestimmtes System, so sorgt der Anbieter für die Kompatibilität der einzelnen Bestandteile. Die Komponenten können aber auch individuell zusammengestellt werden. Dann sollte man sich sachkundig machen, welche Bestandteile kombiniert werden können.

Hinweise zur erforderlichen Texterkennungs-Software

Für die Erkennung der eingescannten Zeichen ist die OCR-Software verantwortlich.
Der Anwender kann zwischen einer handelsüblichen und einer speziell für Blinde entwickelten Software wählen:

* Handelsübliche Software
Wenn auf dem PC Screenreader und Sprachausgabe installiert sind, kann mit einer handelsüblichen OCR-Software, wie z. B. FineReader oder OmniPage, gearbeitet werden. Deren Benutzeroberfläche ist jedoch nicht auf die Bedürfnisse blinder Anwender eingerichtet. Das erschwert die Bedienung.

* Speziell für blinde Anwender entwickelte Scanner-Software
Diese Software beinhaltet neben der Texterkennung auch eine Sprachausgabe. Sie liest nicht nur den eingescannten Text vor, sondern informiert den Anwender auch während des Scanvorganges über die einzelnen Arbeitsschritte. Neben der komfortablen Benutzeroberfläche gibt es eine eigene Bibliotheksverwaltung, in der die Dokumente abgespeichert werden können, und oftmals auch eine eigene, einfache Textverarbeitung.

12.2 Software

Hier können nicht alle speziellen Programme für Blinde und Sehbehinderte beschrieben werden, wie etwa Büroprogramme (Dataword z.B.), Audioprogramme (WEFBX z.B.) und viele mehr. Es geht in unserer Aufstellung im Wesentlichen um die grundsätzliche Funktionalität, die das Nutzen der PC-Technik erlaubt.

Screenreader

Ein Screenreader ist eine Steuerungs- bzw. Brückensoftware, die blinden Personen den Zugang zu Computern ermöglicht. Der Screenreader liest den Bildschirminhalt ein und gibt die Informationen über Braillezeile und Sprachausgabe an den blinden Nutzer aus. Screenreader interpretieren dabei die Bildschirminformation, d.h. den Textinhalt, die Bedeutung der grafischen Symbole, die aktuelle Eingabeposition und den Aufbau des gesamten Bildschirms.
In der Praxis bedeutet die Übertragung grafischer Bedienoberflächen in eine für Blinde zugängliche Form eine große Herausforderung. So müssen die Entwickler von Screenreadern mit der rasanten Entwicklung von Hard- und Software Schritt halten. Auch Mängel der Anwendungssoftware können eine optimale Anpassung verhindern. Die Folge sind Einschränkungen bei der Bedienbarkeit von Programmen und bei den von Blinden durchzuführenden Arbeitsaufgaben.
Wichtig bei der Computerarbeit mit Screenreader ist die umfassende Schulung des Anwenders. Dies betrifft sowohl die Bedienung des Hilfsmittels als auch der Programme, die genutzt werden sollen.

Wichtig bei der Auswahl eines Screenreaders ist vor allem:

Webreaderfunktionen der Screenreader

Mittlerweile bieten alle in Deutschland für Windows angebotenen Screenreader die Möglichkeit, unter Nutzung des Internetexplorers ab Version 5.x Internetseiten zu lesen (Webreaderfunktion). Die Seiten werden so aufbereitet, dass der Anwender mit Hilfe der Cursortasten die Seite wie ein Textdokument lesen kann.
Querverweise, Listenelemente, Überschriften etc. werden beim Lesen angesagt bzw. auf der Zeile angezeigt.
Ferner stehen dem Anwender diverse Navigationsfunktionen zur Verfügung, mit deren Hilfe er z.B. schnell von Querverweis zu Querverweis oder von Überschrift zu Überschrift springen kann. Voraussetzung für ein effektives Lesen von Webseiten ist allerdings eine möglichst barrierefreie Gestaltung derselben.

Webreader

Webreader sind Programme, die blinden und sehbehinderten Computernutzern den Zugang zum Internet ermöglichen. Ein Webreader liest Internetseiten ein und gibt die Textinformationen wieder. Der Anwender bewegt sich dann mit den Pfeiltasten durch die Inhalte, die über eine Sprachausgabe und eventuell eine Braillezeile ausgegeben werden.
Die Herausforderung für Webreader liegt in der meist sehr aufwendigen grafischen Gestaltung der Internetpräsentationen. Beispiele hierfür sind der häufige Einsatz von Bildern und Grafiken sowie die Unterteilung der Seiten in verschiedene Text- und Navigationsbereiche.
Neue Internet-Technologien machen zudem die Einbindung von Videoanimationen und Multimedia-Effekten möglich. Dies alles kommt zwar der visuellen Wahrnehmung entgegen, stellt Blindenhilfsmittel aber vor hohe Anforderungen.
Übrigens gibt es noch keine offizielle Bezeichnung für die Internet-Lesesoftware. Neben Webreader sind auch die Begriffe Webtool und Web-Screenreader gebräuchlich.

Webreader-Produkttypen:

a. Bestandteil eines Screenreaders

Der Webreader ist in einen Screenreader integriert. Die am PC angeschlossenen bzw. installierten Ausgabemedien Braillezeile und Sprachausgabe können genutzt werden.
Tipp:Für die Einarbeitung ins Internet wird diese integrierte Web-Lesefunktion auf jeden Fall ausreichen. Später sollten Sie überprüfen, ob Ihr Webreader alle Arbeitsaufgaben optimal unterstützt und ggf. einen zweiten Webreader parallel nutzen.

b. Zusatztool zum Internet Explorer

Der Webreader arbeitet in Verbindung mit einem Screenreader und nutzt dessen Ausgabeschnittstellen. Das Produkt wird separat angeboten und kann mit verschiedenen Screenreadern eingesetzt werden.
Tipp: Probieren Sie zunächst ein Produkt aus, bevor Sie sich zum Kauf entscheiden. Prüfen Sie, ob der Reader problemlos mit dem von Ihnen genutzten Screenreader funktioniert.

c. Sprachbrowser

Eigenständiges Produkt mit Sprachausgabe, benötigt keinen Screenreader zum Einlesen von Internetseiten. Der Begriff "Sprachbrowser" stammt aus den USA, wo dieser Produkttyp relativ verbreitet ist.
Tipp: Sprachbrowser sind besonders geeignet für Computerneulinge, die erst einmal nur im Internet surfen möchten.

d. Textbrowser

Eigenständige Browser für textbasierte Betriebssysteme sind heute auch auf Windows-Rechnern einsetzbar. Die am PC angeschlossenen bzw. installierten Ausgabemedien Braillezeile und Sprachausgabe können genutzt werden. Beispiel: Lynx.
Tipp: Wer das Internet häufig nutzt, dem wird ein reiner Textbrowser nicht genügen. Viele Internetseiten sind heute mit Techniken wie Javascript oder Flash programmiert. Diese können von Textbrowsern nicht eingelesen werden.

Kosten

Webreader, die als Bestandteil eines Screenreaders mitgeliefert werden, sind im Gesamtpreis des Screenreaders enthalten. Die übrigen Webreader kosten ca. 150 EUR, es gibt auch Produkte, die kostenlos erhältlich sind.

Text-Sprachausgabe

Sprachausgaben setzen Text in Sprache um. Blinde oder stark sehbehinderte Menschen nutzen Sprachausgaben meist in Verbindung mit Hilfsmitteln wie Screenreader oder Vorlesesysteme. Als Ausgabemedium ist die Sprache dann bereits in das Hilfsmittel integriert.

Sprachausgaben werden auch als eigenständige Software angeboten. Man spricht dann in der Regel von Sprachsynthesen bzw. Text-to-speech-Systemen (TSS). Sie wandeln Texte auf dem Computerbildschirm in Sprache um oder lesen z.B. E-Mails oder SMS auf dem Handy vor. Diese Sprachsynthesen sind nicht speziell für Menschen mit Sehschwäche konzipiert. Meist werden damit mobile Nutzer, z.B. Autofahrer, angesprochen.
Für sehbehinderte Personen, die keine Vergrößerungssoftware bzw. eine Vergrößerungssoftware ohne Sprachausgabe verwenden, kann jedoch der Einsatz eines Text-to-speech-Systems zum Vorlesen längerer Texte hilfreich sein. Einige dieser Sprachsynthesen können auch in Screenreader und Vergrößerungsprogramme eingebunden werden. Dies kann sinnvoll sein, wenn dem Anwender die bereits vorhandene Sprachausgabe nicht zusagt.

Übrigens: Für blinde Menschen stellen Text-to-speech-Systeme keinen Ersatz für Screenreader dar. Erst der Screenreader als Brückensoftware zu grafischen Bedienoberflächen ermöglicht die Computerarbeit, da dieser z.B. auch Menübefehle einliest und die Orientierung auf dem Bildschirm unterstützt.

Spracherkennungssoftware

Ein computergesteuertes Spracherkennungsprogramm ermöglicht die Texterfassung über Sprache direkt in den Rechner. Der gesprochene Text erscheint sodann auf dem PC-Bildschirm. Spracherkennungssoftware ist also ein Eingabeinstrument, das Computermaus und Tastatur ersetzen kann. Die Software versetzt den Nutzer in die Lage, Computeranwendungen wie z. B. Programme, per Spracheingabe zu steuern.

Das Ziel von Spracherkennungssoftware ist es auch, das computergestützte Arbeiten zu beschleunigen. Die Sprachbedienung eines Rechners ist vorteilhaft für Menschen, die bei der Arbeit beide Hände einsetzen müssen. Für alle Anwender, die eine Maus oder Tastatur aufgrund motorischer Einschränkungen oder aus anderen Gründen nicht bedienen können, und für Sehbehinderte, die trotz Spezialtastatur Probleme bei der Tastenbedienung haben, könnte die Software ebenfalls hilfreich sein. Auch für Späterblindete, die eine Tastatur nicht "blind" nutzen können, wäre Spracherkennungssoftware geeignet.

Spracherkennungssoftware für PCs wird sprecherabhängig gesteuert. Dazu muss das Programm nach der Installation erst einmal auf die Stimme und Aussprache des jeweiligen Nutzers eingestellt werden. Diese Einstellung erfolgt über das Vorlesen kurzer Textpassagen und hilft dem Programm, die in seiner Datenbank abgespeicherten Vokabeln mit der individuellen Aussprache des Nutzers zu verbinden. Nach der Einstellungsphase wird das Programm bedient, indem der Nutzer einen Text in ein Mikrofon diktiert. Im Rahmen der Dokumentenerfassung erscheint dieser Text dann auf dem Bildschirm in der geöffneten Anwendung, z. B. in MS Word.

Je nach Grad der Sehbehinderung ist die Funktionsweise der Spracherkennungssoftware nur sinnvoll in Verbindung mit weiteren Hilfsmitteln. Dazu zählt z. B. die Braillezeile ebenso wie der Screenreader, die Sprachausgabe oder das Großbildsystem. Spracherkennungssoftware dient somit nur als Ergänzung, nicht als Ersatz für bestimmte Hilfsmittel. Spracherkennungssoftware muss barrierefrei gestaltet sein. Damit ist die Zugänglichkeit der Programmoberflächen gemeint:

* Spracherkennungssoftware muss unbedingt kompatibel sein mit Hilfsmitteln für blinde und sehbehinderte Anwender. Das bedeutet, Objektinformationen müssen an Screenreader, Braillezeile, Sprachausgabe oder Großbildsysteme weitergeleitet werden.
* Die Steuerung aller Befehle des Programms über die Tastatur muss möglich sein.

Vergrößerungssoftware

Bei eingeschränktem Sehvermögen sind Informationen auf dem Computerbildschirm ohne visuelle Unterstützung oft nur mit größter Mühe wahrnehmbar. Vergrößerungssoftware bereitet die Bildschirminformationen eines Computers in eine für Sehbehinderte geeignete Form auf.

Vergrößerungssoftware kann nicht nur das Bild vergrößern, sondern verfügt häufig über spezielle Farb- und Kontrasteinstellungen. Sie erlaubt die Steuerung des vergrößerten Bildausschnitts und die Überwachung der nicht im sichtbaren Ausschnitt dargestellten Bereiche. Weitere Funktionen für besondere Anwendungszusammenhänge sind z. B. eine Laufschrift oder Dokumentlesefunktion.

Vergrößerungssoftware wird auf dem vorhandenen PC zusammen mit den benötigten Anwendungsprogrammen installiert. Einige Produkte können auch auf einem Server installiert werden und stehen dann an mehreren Arbeitsplätzen zur Verfügung. In der Regel kann die Vergrößerungssoftware mit einer Sprachausgabe kombiniert werden, oft ist bereits eine integriert.
Teilweise ist als drittes Ausgabemedium der Anschluss einer Braillezeile möglich. Die Kombination verschiedener Ausgabemedien entlastet die Augen und sorgt für die Verfügbarkeit von Informationen, die sonst im vergrößerten Bildausschnitt nicht sichtbar sind.

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