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Blinden- und Sehbehindertenverein
für das
Saarland e.V. (BSV-Saar)

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Woche des Sehens - "Blind und erfolgreich im Beruf"

Saarbrücken, im Oktober 2007

Am 7. Oktober startet im Rahmen der bundesweiten Woche des Sehens die Anzeigenkampagne "Blindheit und Beruf"

Der Blinden- und Sehbehindertenverein für das Saarland führt seine Hauptveranstaltung hierzu am 13. Oktober um 11.00 Uhr im Borussiaheim in Neunkirchen am Ellenfeld durch. Dort werden 3 Berufsbilder vorgestellt und die Schwierigkeiten aufgezeigt, die Blinde und Sehbehinderte heute im Beruf haben.

In Deutschland leben laut WHO-Report rund 1,25 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen. 72 Prozent der Blinden im erwerbsfähigen Alter sind ohne dauerhafte Anstellung. Obwohl viele Betroffene erstklassige Qualifikationen und Abschlüsse mitbringen, verschlechtern sich ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt seit fünf Jahren kontinuierlich. Um diese Situation zu verändern, startet in der Woche des Sehens eine groß angelegte Anzeigenkampagne zum Thema "Blindheit und Beruf". Absender ist das "Netzwerk berufliche Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen" (NBT), ein Zusammenschluss von Bildungseinrichtungen und Organisationen unter Federführung des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS). Die Kampagne wird von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt.

"Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen", so steht es im Grundgesetz (Artikel 12). Demnach kann schwindende Sehkraft nicht das berufliche Abseits bedeuten. Trotzdem haben viele blinde und sehbehinderte Menschen aufgrund ihrer Einschränkung Probleme im beruflichen Alltag. So darf die Berliner Rechtsanwältin Pamela Pabst ihren Traumberuf Strafrichterin aus Gesetzesgründen nicht ausüben. Auch der im Juli verhandelte Fall der Münchner Lehramtsstudentin Bettina Koletnig, der wegen ihrer Sehbehinderung der Abschluss ihres Studiums verweigert wurde, verdeutlicht die Vorbehalte der Arbeitgeber und letztlich die unserer Gesellschaft.

Blinde und sehbehinderte Menschen erwarten keine Fürsorge und Mitleid, sondern wollen ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten. Herbert Reck, Vorsitzender des Saarländischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, setzt sich für soziale Absicherung, gesellschaftliche Integration und insbesondere berufliche Förderung der Betroffenen ein. "Das Ziel unserer Arbeit ist es, die hierfür erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen", sagt der selbst blinde Sachbearbeiter. "Wo gesellschaftliche, politische oder technische Entwicklungen blinde und sehbehinderte Menschen benachteiligen, schaffen wir ein entsprechendes Bewusstsein und setzen uns für Veränderungen ein."

Ein positives Beispiel für die Integration von blinden und sehbehinderten Berufstätigen liefert der IT-Bereich. Hier werden neue Jobperspektiven geschaffen, beispielsweise mit den Berufsbildern Software-Entwickler, Web-Designer, Netzwerk-Administrator und Informatik-Kaufmann. Darüber hinaus entwickelt und produziert die Branche auch spezielle Arbeitsmittel wie Vorlesegeräte oder Blindenschrift-Displays. Mit diesen Hilfsmitteln arbeiten blinde und sehbehinderte Arbeitnehmer heute in ehemals für sie nicht zugänglichen Berufen.

Über die WdS:
"Blindheit und Beruf" ist eines der zentralen Themen der diesjährigen Woche des Sehens, die vom 7. bis 15. Oktober stattfindet. Unter dem Motto "Blindheit verstehen, Blindheit verhüten" macht die Aktionswoche seit sechs Jahren auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den so genannten Entwicklungsländern aufmerksam. Die Woche des Sehens wird getragen von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf, dem Hilfswerk der Deutschen Lions sowie der Pro Retina. Unterstützer sind die "Aktion Mensch" und die Carl Zeiss Meditec.

Blinden- und Sehbehindertenverein für das Saarland e. V.
Hoxbergstr. 1, 66809 Nalbach
Tel.: (0 68 38) 36 62

e-mail: info@bsvsaar.org
Web: www.bsvsaar.org

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