Saarbrücken, 24. Juli 2011
- • Angesichts des Berges von Aufgaben, um die Barrierefreiheit für behinderte Menschen in allen Lebensbereichen zu verwirklichen, fordert der Blinden- und Sehbehindertenverein für das Saarland e.V. (BSV Saar) die Schaffung eines
Landeskompetenzzentrums Inklusion und Barrierefreiheit
in Form einer unabhängigen Struktur.
- • Die Stelle könnte im Saarland zuständig sein für die Überwachung der Umsetzung der bestehenden Gesetze und Bestimmungen, insbesondere des Landesgleichstellungsgesetzes und der Behindertenrechtskonvention der UN.
Das Zentrum könnte desweiteren Beschwerdestelle für alle sein, die sich als behinderte Menschen diskriminiert fühlen, desweiteren Beratungsstelle bei allen Themen der Barrierefreiheit.
- • Das Kompetenzzentrum sollte auch Initiativen ergreifen können gegenüber öffentlichen Institutionen und dem Privatsektor.
- • Die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums sollten selbst Betroffene sein, behinderte Menschen, die aus eigener Erfahrung am besten wissen, wo der Schuh drückt und was zu tun ist.
- • Hans Schaaf, Stellv. Landesvorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenvereins:
"Die Handlungsfelder sind vielfältig. Es geht nicht nur um die "harten" Bereiche Umwelt, Verkehr, Gebäude. Es geht vielmehr auch um die umfassende Teilhabe, mit den nicht behinderten Menschen zusammen, an Bildung, Arbeit und Kultur."
- • Und um den Zugang zu Informationen, gerade für Sehgeschädigte ein "heißes Thema":
So sind von 93.000 in Deutschland jährlich erscheinenden Buchtitel nur etwa 2.500 in Blindenschrift umgesetzt oder auf Hörträgern. Auf diesem Sektor besteht also eine "Notversorgung"; und das zunehmend visuell orientierte Internet mit seinen grafischen Darstellungen und Animationen hat neue Probleme geschaffen.
- • Der BSV Saar:
"Damit es kein Mißverständnis gibt: Man fängt nicht bei Null an. Wir brauchen aber jetzt einen neuen Schub, um die Inklusion, die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, rascher und umfassender voran zu bringen".
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